Bully darf laut Rassestandard eine Rute haben.....

 

 

Champion Nottingham Franck, 1848 aus dem Buch Le Bouledogue Francais von E. & A. Gay

Der FCI-Standard für die Französische Bulldogge erlaubt eine sich verjüngende Rute, die bis zum Sprunggelenk reicht.

Die Regel sind mehr oder weniger verdrehte Korkenzieherruten, die im bestenfall relativ gerade gewachsen den Hund nicht behindern.

Eingewachsene oder zu eng anliegende Ruten verursachen dem Hund erhebliche Probleme, die regelmäßige Pflege, evtl. sogar eine Operation zur Linderung der Alltagsbeschwerden benötigen.

Diese Rute wurde sehr oft mit vorzüglich bewertet.

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Bei der Englischen Bulldogge wurde 2004 der Standard u.a. insoweit geändert, dass eine eingewachsene Rute als ausschließender Fehler gilt. Dies ist sehr zu begrüßen! Leider gab und gibt es immer mehr Hunde mit diesem Problem. Es betrifft vor allem auch die Franzosen, deren Rassestandard die Knoten- oder Knickrute verlangt.

Von außen ist das Problem für einen Laien nicht immer sofort erkennbar.

Folgende Darstellung zeigt anschaulich, woran die Tiere leiden.

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Nun ist es leider oft so, dass es dem Besitzer oftmals gar nicht auffällt, sondern erst, wenn der Hund massive Probleme hat. Sogar Tierärzte tippen oft auf Probleme der Analdrüse, Parasiten, Allergien.

 

Hautentzündungen:

Mir wurden schon Bullies vorgestellt, mit offenen Wunden und schwersten Entzündungen; gut versteckt durch eine unbewegliche Rute!

Mein schlimmstes Erlebnis war, als ich bei einem Bully die Maden aus der Wunde kommen sah und der Besitzer war der Meinung, der Hund sei hochgradig verwurmt!

Was bei den Engländern durch die Standaränderung geregelt ist, MUSS und SOLLTE auch ohne FCI Zwang auch bei den Franzosen möglich sein.  Die Hunde leiden ihr Leben lang unter diesem Defekt; oftmals ist Abhilfe nur durch eine Amputation zu schaffen.

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Ist der Züchter ein wirklicher Hundefreund, sollte das Zuchtziel zum Wohl des Bullys, ein Hund mit offener, beweglicher Rute sein.

 

Auch wenn die langgezüchteten Ruten oft ihre Korkenzieherdrehung nicht sofort verlieren und viele wegen der Optik die Nase rümpfen, zeigt das Röntgenbild, dass die ersten Rutenwirbel komplett ausgebildet sind.

 

 

Wichtig für betroffene Besitzer:

  • Bei einer festsitzenden, enganliegendenRute regelmäßig die Umgebung und vor allem darunter kontrollieren.
    Tipp:
    Regelmäßige Reinigung, z.B.. Babytücher,
    Bei Druckstellen und feuchten, nässende Stellen hilft Zinksalbe.
    Bei starken Druckstellen / Entzündungen bitte den Tierarzt aufsuchen!

  • Bei eingewachsener Rute oder dem Verdacht, bitte dringend einen mit der Rasse vertrauten Tierarzt aufsuchen.

  • Es nicht als persönliche Beleidigung auffassen, wenn Sie ein Richter oder Zuchtwart auf diesen Zustand aufmerksam macht!

 

von G. Schäfer

Lieben Dank an Wauwow für die Bereitstellung einiger Bilder!

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