Warum wir ohne blau und merle züchten

Gedanken von Monja Balzer des Zwingers von Imekenthorp

Modefarben sind groß im Kommen bei den Bullys. Die blauen Bullys gibt es seit etwa 8 oder 10 Jahren und seit etwa 5 Jahren gibt es auch Zuchtprojekte um merlefarbene Bullys zu erhalten. Einen immerwährenden Streit gibt es unter den Züchtern der Modefarben und Standardfarben. Aus vielerlei Gründen.

So halten wir die zugelassenen Farben bei den Bullys für absolut ausreichend. Nur sehr wenige Hunderassen haben einen so vielfältigen Farbstandard wie die Französische Bulldogge. Auch wenn brindle (also gestromt), fawn und gescheckt erst einmal ernüchternd klingt, so verbirgt sich hinter diesen drei Standardfarben jedoch eine unglaubliche Farbvielfalt. Gestromte Hunde gibt es von fast lackschwarz mit wenigen hellen Haaren bis hin zu einem fast fawnfarbenen Hund mit nur wenigen dunkleren Abzeichen. Letzteres nennt man Reverse Brindle und es ist heiß begehrt, weil selten und nur schwer gezielt zu züchten. Es gibt Hunde mit einer heller gestromten und einer dunkler gestromten Körperhälfte, Hunde mit einer tigerartigen Stromung und welche mit heller gestromtem Körper und dunklem Gesicht. Dazwischen gibt es zahllose Möglichkeiten der Zeichnung, welche jeden gestromten Hund für sich einzigartig macht.

Fawn gibt es von einem hellen, fast cremeartigen Farbton, über helles Milchkaffee, einem gelblichen Farbton bis zu einem rötlichen Ton. Es gibt knallrote Redfawn, leuchtend dunkelrote und satt rehbraun oder rostrote Farbtöne.

Und aus all diesen Schattierungen zusammen mit dem Weiß eines Schecken entstehen schon wieder unzählige Zeichnungsmöglichkeiten mit wenigen farbigen Flecken bis hin zum faszinierenden Mantelschecken, mit seinem farbigen  Rücken und Gesicht.

Die Möglichkeiten sind wirklich vielfältig und eigentlich fragt man sich, warum der Bully noch mehr Farben braucht. Nun gibt es die Züchter von Bullys in Sable (was zwar unerwünscht, aber im Standard auch nicht wirklich ausgeschlossen ist), Black & Tan (wie die Rottweiler oder Dobermänner) und Schoko (also braun). Diese Farben basieren auf gesunden Farbgenen und es sind damit keinerlei krankmachende „Nebenwirkungen“ in Zusammenhang zu bringen. Für mich ist somit die Zucht dieser Farben eine reine Geschmackssache und Frage, ob ich innerhalb des Standards züchten will oder nicht. Mir persönlich ist das Black & Tan für unsere Clowns zu hart. Und Schoko gefällt mir nicht, weil die Bullys mit ihren hellen Augenrändern und Nasen irgendwie immer kränklich ausschauen. Aber, wie gesagt, persönlicher Geschmack! Aus gesundheitlicher Sicht ist nichts einzuwenden und damit braucht man darüber auch garnicht mehr zu diskutieren.

Sehr wohl jedoch lohnt sich die Diskussion über die auf der Dilution, Farbverdünnung, basierenden Farben blau, lilac und eine bestimmte creme-form. Sowie auch merle. Sicherlich alle zusammen sehr faszinierende Farben. Ein blauer Hund kann unglaublich edel wirken und die bunten Farbkleckse eines Merle sind vielfältig und äußerst interessant. Auch ich finde diese Farben sehr schön.

Jedoch sind mit ihnen Krankheitssymptome assoziiert, aufgrund derer ich die Zucht mit ihnen für tierschutzrechtlich und ethisch fragwürdig halte.

Viele Züchter der Standardfarben züchten mit Trägern der Dilution und verpaaren diese mit Nicht-Trägern. So ist sicher gestellt, dass keine blauen Welpen auf die Welt kommen. Jedoch wird der Defekt immer noch an einige Welpen weitervererbt werden. Hier kann man geteilter Meinung sein, ob das ok ist oder nicht. Der Genpool der Französischen Bulldogge ist in Deutschland extrem eng und durch den übermäßigen Einsatz hoch prämierter Deckrüden gibt es kaum noch Ahnentafeln, die sich nicht an irgendeiner Stelle überkreuzen. Nimmt man nun konsequent auch die Dilutionsträger aus der Zucht, könnte man kritisieren, dass man den Genpool noch weiter einschränkt. Züchtet man jedoch mit Trägern, könnte man mit deren Nachkommen, wenn sie die Dilution geerbt haben, auch wieder blaue Nachkommen züchten, die dann potenziell erkranken könnten.

Ich wundere mich, dass nicht stärker über genau dieses Thema diskutiert wird. Es ist eines, bei dem auch ich immer wieder schwanke, vor allem, wenn ich dann einen Hund sehe, der toll atmet, einen gesunden Rücken hat und wo auch sonst alles stimmt, eben bis auf die Trägerschaft. Mein Gewissen würde mir die Zucht verbieten. Aber letztendlich könnte man sich auch fragen, warum man einen solchen Hund nicht zur Verbesserung der Rasse nutzt und eben konsequent mit Nicht-Trägern verpaart und die Nachkommen dann testet.  Aber man kann nie sicher sein, was ein Welpenkäufer dann mit dem Hund mal vor hat und schnell könnte mit einem Träger dann weitergezüchtet werden. Fraglich ist, ob dann die Vorgehensweise dort genauso ist oder gezielt auf blau verpaart wird.

Auch wir waren schon in der Situation, dass wir fast die Dilution weitervererbt hätten.

Als wir Toffie übernahmen, hatte sie bei ihrer Züchterin bereits zwei Würfe und wir gingen davon aus, dass sie alle Untersuchungen und somit auch den Dilutionstest, schon gemacht hat. Wir haben sie dann nur noch einmal von unserem Arzt durchröntgen lassen. Erst nachdem sie schon zwei Würfe bei uns hatte, haben wir einmal konkret nachgefragt. Und wie leichtgläubig wir doch waren. Toffie hatte nämlich keinen Dilutionstest! Und nichts hätte die Züchterwelt mehr gefreut, als wenn aus ausgerechnet unserem Kennel Dilutionsträger hervorgegangen wären. Nun war es bei Toffies Linien mehr als unwahrscheinlich, dass sie die Dilution trägt, aber ganz sicher sein konnten wir nicht und den Test haben wir sofort nachgeholt. Man kann mit Recht  sagen „uns ging der Arsch ganz schön auf Grundeis“! Selber schuld!

Zum Glück bestätigte sich aber unsere Vermutung und sie trug sie wirklich nicht. Dennoch waren wir erschrocken. Wie schnell hätten auch wir zur Verbreitung des Dilutionsgens beitragen können. Etwas, was wir nie wollten. Aber auch für uns war es Grund zur Diskussion, ob man mit ansonsten top gesunden Trägern züchten sollte oder nicht. Wir haben für uns jedoch beschlossen, dies nicht zu tun.

Und wir kämpfen auch weiterhin gegen die Verbreitung des Dilutionsgens. Wie schlimm wäre es für uns gewesen, hätte man mit einem Blauträger von uns blaue Welpen gezüchtet, die dann an der CDA erkranken. Einer Krankheit, die eben total einfach in der Zucht zu vermeiden ist. Nämlich wenn man konsequent auf die Dilution testet und ohne sie züchtet. Der Bully hat schliesslich schon mehr als ausreichend Baustellen.

Will man als Züchter sicher gehen, dass man mit einem gesunden Hund züchtet, dann röntgt man die Wirbelsäule und untersucht auf Keilwirbel und andere Wirbeldeformationen, Wirbelstenosen, Skoliosen, Lordose, Verkalkungen der Bandscheibe, Spondylose und Kissing Spines. Man untersucht auf Hüftdysplasie, Patella Luxation, Ellbogendysplasie, OCD und Arthrosen. Die Augen auf Entropium, Ektropium, Katarakt, Heridetären Katarakt, PRA, Trichiasis, Distichiasis, Zilien, Dermoid. Man schallt das Herz und untersucht die Schilddrüse. Die Atemwege von der Nasenöffnung über die Conchien, den Nasenrachen, den Rachenraum, das Gaumensegel und der Kehlkopf werden untersucht. Der Durchmesser der Luftröhre wird angeschaut und auch ob sie keine Knicke oder sonstigen Veränderungen hat. Dann kann man auch gleich die Speiseröhre und die Funktion des Magenpförtners ansehen lassen. Der Hund muss ein gesundes Immunsystem haben, keine Futtermittelunverträglichkeiten, also eine stabile Verdauung, keine Allergien oder Autoimmunkrankheiten. Alles in allem grenzt es an Wahnsinn, was alles untersucht werden muss. Und wenn wir doch so viele Probleme bei unseren geliebten Bullys haben, warum züchtet man dann bewusst neue hinzu? Das ist etwas, was ich nie verstehen werde. Aber vielleicht kann es mir irgendwann einmal irgendwer schlüssig erklären.

Bewusst wurde den Züchtern die Problematik der blauen Fellfarbe mit der intensiven Zucht blauer Dobermänner. Nach geschätzten 30 Jahren gezielter Blauzucht explodierte die Zahl der erkrankten Hunde nahezu. Es gab schon vorher immer mal Hunde die durch Fellverlust auffielen, jedoch führte man es noch nicht auf die Farbe zurück. Aber irgendwann lies die schiere Masse an erkrankten Hunden keinen anderen Schluss mehr zu.

Sensibilisiert durch die Dobermänner wurden dann auch Fälle bei blauen Hunden anderer Rassen publik und heutzutage sind die Erfahrungen vielfältig. Keiner weiß, warum es so ist, jedoch leiden Hunde mit der blauen Fellfarbe bei den meisten Rassen irgendwann unter Haarverlust und schuppiger Haut. Ist die CDA (Color Dilution Alopezia) voll ausgebrochen, hat der Hund kahle Hautstellen überall dort, wo blaues Fell ist (ein Schecke kann z.B. weiterhin gesundes weißes Fell haben). Er bekommt Pusteln und Entzündungen. Die Haut verdickt und wird brüchig wie eine Elefantenhaut. Mal leidet der Hund mehr unter diesen Symptomen und hat überall wunde, offene Haut und mal wird es ihm besser gehen. Aber er wird niemals wirklich gesund sein. Die CDA ist nicht heilbar. Und die Erfahrungen, die man über alle Rassen bisher gemacht hat zeigt, dass die Gefahr des Ausbruchs größer wird, je länger und intensiver man gezielt auf blau züchtet und immer wieder blaue mit blauen verpaart. Bei unseren Bullys kommen die Blauen nun seit etwa 10 Jahren vor. Intensivere Zucht gibt es seit etwa 7-8 Jahren. Wenn wir also davon ausgehen, dass es bei den Dobermännern etwa 30 Jahre gezielte Blauzucht waren, bis die CDA ausbrach, so kann man annehmen, dass wir noch Zeit haben. Noch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein blauer Bully gesund alt wird (zumindest wenn es um die CDA geht) höher, als dass er an ihr erkrankt. Aber ich befürchte, dass die Zeit irgendwann kommen wird und die CDA sich häuft und Fälle öffentlich werden. Bevor die CDA ausbricht beobachtete man bei blauen Hunden häufig einen signifikanten Anstieg von Erkrankungen der Leber, Nieren oder des Herzens. Allergien und Krankheitsanfälligkeit häuften sich und irgendwann kamen dann die äußerlichen Symptome der CDA. Zwar erkrankten z.B. bei den Chihuahuas und auch Zwergspitzen schon Erstgenerationen blau an CDA, jedoch ist das extrem selten. So würden wir wahrscheinlich niemals Probleme mit der CDA bekommen, wenn nicht immer wieder blau-blau Verpaarungen wiederholt würden und gezielt darauf gezüchtet würde. Wir hätten zwar weniger blaue Bullys, aber dafür blieben sie gesund. Es ist wie bei vielen Dingen im Leben, die der Mensch übertreibt.

Anders verhält es sich bei Merle. Dieses Farbgen kann potentiell jeden Welpen krank auf die Welt kommen lassen. Studien kommen zu unterschiedlichen Zahlen, aber man kann grob sagen, dass etwa 3% der Träger des Merlegens an dessen Defekten erkranken. Hierbei handelt es sich dann um Blindheit oder die komplette Fehlentwicklung der Augen. Und um Taubheit oder eben auch die Verkrüppelung der Gehörgänge. Hier braucht es nicht mal einen reinerbigen Hund. Die Farbe entsteht schon beim Träger des Merlegens und jeder ist in der Gefahr mit Missbildungen auf die Welt zu kommen. Die Verpaarung von Merle und Merle bringt die sogenannten Weißtiger hervor. Die reinerbigen Nachkommen aus einer solchen Verpaarung haben eine Wahrscheinlichkeit zwischen 20 und 60% (hier unterscheiden sich die verschiedenen Studien massiv) mit den genannten Fehlbildungen auf die Welt zu kommen. Allen gemein ist, dass die Nachkommen mit Merlegen häufiger in der Entwicklung zurück bleiben, weniger Lebensfreude zeigen und früh versterben.

Für mich ein Gen, bei dem es keinen Diskussionsspielraum gibt. Es gehört, aufgrund des Qualzuchtparagraphen des Tierschutzgesetzes und auch ganz einfach aufgrund des gesunden Menschenverstandes in der gesamten Zucht verboten. Es ist eines der gefährlichsten Gene, mit denen man "züchten" kann. Genau deswegen, entgegnen Merle-Züchter an dieser Stelle gerne, gehört es auch nur in verantwortungsbewusste Hände...

Man kann so verantwortungsbewusst sein, wie man will, niemand kann sicher sein, dass ein bei ihm geborener Welpe (oder gar der ganze Wurf) an den Krankheitssymptomen, die eindeutig mit dem Merle-Gen in Verbindung stehen, erkrankt! Ich unterstelle hier aus vollster Überzeugung andere Beweggründe zur Zucht, als Liebe zur Rasse oder den Wunsch diese zu verbessern!

Die Diskussionen über blau jedoch halten an und jeder hofft noch immer auf ein Ergebnis in der Forschung. Darauf, dass wir irgendwann einen Test haben, der uns sagt, ob ein Tier die CDA vererben kann und/ oder an ihr erkranken wird. Dies wäre ein großer Fortschritt und es würde die Zucht blauer Hunde sicher machen. Bis dahin kommen immer mal wieder nur Gerüchte oder Behauptungen hoch. So gab es mal die Theorie der unterschiedlichen Gene. Entstanden ist dies aufgrund eines Fehlers im Auslegungsgutachten zum Qualzuchtparagraphen. Hier wird von der Dilution als autosomal dominant vererbtes Gen gesprochen. Dies ist jedoch ein Fehler. Wir haben auf unseren Hinweis darauf, ein nettes Schriftstück des Ministeriums bekommen, indem man uns bestätigt, dass dies bei der nächsten Überarbeitung geändert wird. Aber das kann dauern. Bis dahin wird es immer wieder Menschen geben, die sich auf diesen Fehler berufen und sagen, das Gen unserer Bullys wäre ja das Rezessive und nicht das Dominante, krank machende, wie bei den Dobermännern. Tatsächlich handelt es sich aber um ein und das selbe Gen. Ein anderes ist bisher nicht bekannt.

Alles, was man bisher weiß, ist der Genort, der die blaue Fellfarbe verursacht. Es ist kein weiteres Gen bekannt, dass damit in Zusammenhang steht oder gar mit der Entstehung der CDA zu tun hätte. So gab es z.B. an anderer Stelle die Verkündung, man hätte ein Color Mutant Allel oder CMA-Allel gefunden und könnte so bald auch testen, ob ein Hund an CDA erkrankt. Denn er würde es nur, wenn er dieses Allel trägt. Begeistert von dieser Sensation schrieb ich dem Wissenschaftler, der dieses Gen entdeckt haben sollte und bekam von ihm eine sehr ernüchternde Antwort. Nein, das habe er nie gesagt und es wäre auch kein Gen dieser Art bekannt. Vielmehr rechne er überhaupt kaum noch mit irgendeinem wesentlichen Fortschritt in der Dilutionsforschung… erschütternd, wie desillusioniert er schon scheint. Ich gebe die Hoffnung dennoch nicht auf. Es mangelt einfach an Teilnehmern an seiner Studie. Wenn konsequent alle mitmachen würden und auch die Tiere mit CDA den Forschern zugänglich gemacht würden (hier bedarf es ja nur einer Blutprobe), dann könnten wir, so denke ich, schon viel weiter sein und vielleicht wäre es tatsächlich schon möglich, gezielt gesunde blaue zu züchten. Dann würde sich die ganze Diskussion erübrigen und auch hier wäre es dann wieder nur eine Frage des Geschmacks.

Weiterführende Infos zur Dilution findet Ihr auch meiner Seite: Blaue Hunde

Monja Balzer


In der Literatur/ Internet findet man dazu:
Das dilute Gen, Farbmutanten-Alopezie, Farbverdünnung beim Hund.

 

Prof. Dr. Irene Sommerfeld-Stur - Die Fellfarben des Hundes, Relevant für Gesund und Verhalten

Dr. Daniela Köppenhöfer - Krankheit Dilute beim Labrador - Genetik verständlich

Christoph Jung, Ein guter Hund hat keine Farbe

Fellfarben - Fehlfarben, Dr. med. vet. Anna Laukner

Merle - Gendefekt

Bolonkazüchter gegen Merle

Was ist Demodikose?

Demodikose ist eine Erkrankung mit Demodex-Milben. In kleiner Anzahl ist die Demodex-Milbe normaler Bewohner der Hautoberfläche und verursacht keine Probleme. Vermehren sich diese Milben jedoch, können sie eine sehr schwere Hauterkrankung hervorrufen. Befallene Hunde leiden unter Haarausfall, schmerzhafter oder juckender Haut und bakteriellen Hautinfektionen.
(Weitere Informationen zu dieser Erkrankung unter www.hauttierarzt.de)

Die Fälle bei unserer Rasse häufen sich immer mehr :

Wir beabsichtigen aus diesem aktuellen Anlass, mit einem Tierarzt (Schweigepflicht) eine Erhebung (Statistik) zu machen.

Dazu bitten wir um Ihre Hilfe!
Bitte melden Sie uns Fälle von DEMODEX!

Bully darf laut Rassestandard eine Rute haben.....

 

 

Champion Nottingham Franck, 1848 aus dem Buch Le Bouledogue Francais von E. & A. Gay

 

Die Speiseröhrenmissbildung (Megaösophagus) findet sich meist in leichter Form auch oft bei den Bullys. Indizen hierfür sind Magensäureüberproduktion, Schmatzen, häufiges Aufstoßen, vermehrtes Speicheln und Regurtieren von unverdauter Nahrung nach dem Essen oder Trinken. Der Megaösophagus lässt sich durch ein Röntgen mittels Kontrastmittel oder auch mittels CT-Untersuchung feststellen und ist nicht heilbar. Ebenfalls ist der MÖ oftmals mit einer leichten Form der IBD (inflammatory Bowel Disease) gekoppelt. Oftmals gilt der Megaösophagus sowie die IBD als Zufallsbefund, ist bei der Rasse aber stärker verbreitet als allgemein angenommen.

Wir haben eine wunderbare Zusammenfassung einer Windhund-Züchterin im Netz gefunden, die sich ausführlich mit dieser Krankheit beschäftigt. Bitte besuchen sie die HP von Bella Casa Pulcinella.

Informationen zur Speiseröhrenmissbildung (Megaösophagus) finden Sie auf der Homepage von tintenblau.de.

Gedanken zur Fremdrassen-Einkreuzung

Die Zucht unserer Bulldoggen ist durch die Übertypisierung bestimmter Rassemerkmale, wie kurze Nasen, kurze Rücken und Ruten, übertriebene Faltenbildung etc. über viele Generationen in eine Sackgasse gefahren, und hat besonders der Gesundheit sehr viel Schaden zugefügt. Hinzu kam die züchterische Unsitte der Engzucht bis hin zur Inzucht, die nach wie vor in einigen Kreisen weiterhin betrieben wird. Äußerlich scheinbar perfekte Hunde haben immense Probleme mit der Atmung bei Belastung, andere leiden unter deformierten Wirbelsäulen, HD und anderen Missbildungen des Skelettes, Autoimmunkrankheiten und/oder Allergien.

Einige Züchter haben das Problem erkannt, und sind willig, sich von diesen falsch interpretierten Zuchtzielen abzuwenden. Man findet noch den vitalen standardgerechten, aber nicht übertypisierten Bullytyp, der aber auf internationalen Ausstellungen von den Richtern oft nur mitleidig belächelt wird.

Gedanken und Tatsachen zum Kaiserschnitt

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Der gesunde Hund fängt bei der Auswahl der Elterntiere an. Ziel eines seriösen Züchters muss die natürliche Zeugung mit komplikationsfreier Trächtigkeit und natürlicher Spontangeburt sein. Denn eine Schwerstgeburt mit tierärztlicher Hilfe und Kaiserschnitt sollte bei jeder Hunderasse die traurige und seltene Ausnahme sein.

Die Französischen und Englischen Bulldoggen sind aufgrund ihres speziellen Körperbaus bekannt dafür, dass es hier besonders oft zu erheblichen Schwierigkeiten aufgrund der Kopfgröße und des engen Beckens kommen kann, wenn der Körper der Zuchthund zu übertypisiert ist. Das natürliche Gebärvermögen und auch die natürliche Zeugung der Bullykinder muss unbedingt einen hohen Stellenwert bei der Selektion der Zuchthunde bekommen. Dies lässt sich nur durch die Anwendung einer gewissen phänotypischen Variabilität erreichen. Diese kann man sehr wohl berücksichtigen, ohne die rassentypischen Merkmale oder den Rassestandard zu missachten.

Rüden, die ausnahmslos zur künstlichen Besamung angeboten werden, bedürfen einer gründlichen Überprüfung, ob nicht ein verstecktes Leiden oder einfach eine generelle Deckunlust dahinter steht. Die Begründung der Hygiene ist als sehr skeptisch zu betrachten.

Epilepsie Video - von Anfällen und Ameisen

Wichtige Informationen über eine der gefürchtetesten Erbkrankheiten des Hundes finden Sie in folgenden Links:

Dr. Kai Rentmeister: Informationsbroschüre Epilepsie

Dr. Kai Rentmeister: Krampfanfälle bei Hund und Katze, Teil 1

Dr. Kai Rentmeister: Krampfanfälle bei Hund und Katze, Teil 2

Forum für Hilfesuchende: Epiforum.de

Tiergesundheit-Aktuell, Epilepsie beim Hund I, Ursachen

Tiergesundheit-Aktuell, Epilepsie beim Hund II, Diagnose

Tiergesundheit-Aktuell, Epilepsie beim Hund III, Untersuchung und Behandlung

 

Hallo Hunde-Freunde,

Epilepsie bei Bulldoggen - Sumo

ich arbeite seit 2 Jahren mit der Uni Bern in Sachen Epilepsie-Forschung beim Hund zusammen. Mein franz. Bulldoggen Rüde Sumo verstarb mit nicht mal 3 Jahren in einem Epilepsie-Anfall, er war therapieresistent...

Mittlerweile habe ich sehr viel Kontakt mit betroffenen Hundebesitzern, sowie mit Interessierten die etwas ändern möchten...

„Epilepsie ist eine Erkrankung, die beim Menschen und in vielen Hunderassen auftritt. Epilepsie kann nach einer Schädigung des Gehirns entstehen (z. B als Folge eines Unfalls), aber auch genetische Ursachen haben. Bei Hunden spielen die genetisch bedingten Formen der Epilepsie vermutlich eine sehr große Rolle. In Zusammenarbeit mit spezialisierten Neurologen der Universitäten Bern und München möchten wir gerne die genetischen Ursachen von erblichen Epilepsieformen in verschiedenen Hunderassen erforschen. Das Ziel unserer Forschung ist die Entwicklung von diagnostischen Tests, welche eine Verringerung der Epilepsie-Fälle durch gezielte Zuchtplanung ermöglicht. Für unsere Forschung benötigen wir dringend Blutproben von an Epilepsie erkrankten Hunden sowie deren Verwandten.“

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