Ist es an der Zeit, Farbe zu bekennen?

Die Standardfarben der Französischen Bulldogge sind gestromt, gescheckt und fawn. In den letzten Jahren hat sich die Zucht auf sogenannte Sonderfarben, die nicht im Standard vorgesehen sind, explosionsartig vermehrt. Unabhängig vom eigenen Geschmack muss man ehrlicherweise anerkennen, dass sich unter den Farbzüchtern fachkundige Bullyfreunde finden lassen, die sowohl auf Typerhaltung als auch auf die Gesundheit achten.

Mag die ein oder andere Farbe vor etlichen Generationen durch Einkreuzung entstanden sein, (was für die Rassegesundheit erstmal kein Nachteil ist), so gelten die meisten Linien heute als rasserein.

Die einzigen Farben, die möglicherweise eine gesundheitliche Relevanz haben, sind die Farben, die durch das Dilutegen verursacht werden, und Merle.

Das Dilutegen kann nachweislich bei vielen anderen Hunderassen, wie z.B. dem Dobermann und dem Pinscher zu krankhaften Veränderungen der Fellstruktur und als Folgeerkrankung zu Hautentzündungen führen und ist aus diesem guten Grund bei diesen Rassen verboten. Andere Rassen, wie z.B. der Weimaraner und die Deutsche Dogge sind von CDA (Color Dilute Alopecia) nicht betroffen, dort sind Dilutefarben im Standard erlaubt bzw. gewünscht.

Bei den Französischen Bulldoggen ist der eindeutige Beweis der möglichen Erkrankung auf CDA (Color Dilute Alopecia) nach unserem Kenntnisstand bislang nicht erbracht. Man munkelt hier und da von bekannten Fällen, uns ist aber nicht ein wissenschaftlich bewiesener Fall bekannt.

Daher müssen wir davon ausgehen, dass CDA bei den Franzosen (noch?) kein gesundheitlich relevantes Thema ist. Was heißt das für die Zucht?

Bislang waren bei uns Verpaarungen von Dilutionszeigern (genetisch d/d) Hunden verboten. Lediglich die Zucht mit Diluteträgern (D/d) war gestattet, wenn der Partner frei vom Dilutegen war (D/D). Bei solchen Verpaarungen werden statistisch gesehen ebenfalls Träger fallen. Der ganze Wurf sollte dann getestet und die Ergebnisse in der Ahnentafel vermerkt werden.

Um die genetische Varianz zu erhöhen muss überlegt werden, ob man in begründeten Einzelfällen die Verpaarung mit d/d Hunden zulässt, wenn keine Dilutezeiger fallen werden. Man hätte lediglich gesundheitsirrelevante Trägertiere im Wurf, die auf keinen Fall erkranken können.

Die große Befürchtung war bisher immer, dass dann mit diesen Trägertieren in „falschen“ Händen auf Dilution gezüchtet werden kann. Aber hier fehlt derzeit immer noch der zu erbringende Beweis einer möglichen gesundheitlichen Schädigung der Französischen Bulldogge durch die CDA.

Weiterhin besteht bei etlichen anderen Erkrankungen, die man durch Gentests erfassen kann, die Gefahr des falschen Einsatzes der Hunde, wie z.B. bei der DM-Degenerativen Myelopathie, geschweige denn von Skeletterkrankungen, die man nun leider nicht beim Welpen feststellen kann und einen weitaus höheren Krankheitswert besitzen.

Was tun? Weiterhin stur auf die Standardfarben pochen und über Generationen exzellent ausgewertete Hunde nicht in den Genpool mit einbeziehen? Oder Züchtern in Eigenverantwortung die Möglichkeit zu geben, uns bisher fremde Linien zu nutzen?

Wir werden uns beraten und über unsere Entscheidung hier berichten.

 

Statistische Prädisposition der Verbung von Merkmalsträgern (gelb), freien (grün) und betroffenen (rot) Tieren:

In der Literatur/ Internet findet man dazu:

Das dilute Gen, Farbmutanten-Alopezie, Farbverdünnung beim Hund.

 

Color Dilution Alopecia - Englischer Link mit Video in deutscher Sprache

Prof. Dr. Irene Sommerfeld-Stur - Die Fellfarben des Hundes, Relevant für Gesund und Verhalten

Dr. Daniela Köppenhöfer - Krankheit Dilute beim Labrador - Genetik verständlich

Christoph Jung, Ein guter Hund hat keine Farbe

Fellfarben - Fehlfarben, Dr. med. vet. Anna Laukner

Merle - Gendefekt

Bolonkazüchter gegen Merle

Was ist Demodikose?

Demodikose ist eine Erkrankung mit Demodex-Milben. In kleiner Anzahl ist die Demodex-Milbe normaler Bewohner der Hautoberfläche und verursacht keine Probleme. Vermehren sich diese Milben jedoch, können sie eine sehr schwere Hauterkrankung hervorrufen. Befallene Hunde leiden unter Haarausfall, schmerzhafter oder juckender Haut und bakteriellen Hautinfektionen.
(Weitere Informationen zu dieser Erkrankung unter www.hauttierarzt.de)

Die Fälle bei unserer Rasse häufen sich immer mehr :

Wir beabsichtigen aus diesem aktuellen Anlass, mit einem Tierarzt (Schweigepflicht) eine Erhebung (Statistik) zu machen.

Dazu bitten wir um Ihre Hilfe!
Bitte melden Sie uns Fälle von DEMODEX!

Bully darf laut Rassestandard eine Rute haben.....

 

 

Champion Nottingham Franck, 1848 aus dem Buch Le Bouledogue Francais von E. & A. Gay

 

Die Speiseröhrenmissbildung (Megaösophagus) findet sich meist in leichter Form auch oft bei den Bullys. Indizen hierfür sind Magensäureüberproduktion, Schmatzen, häufiges Aufstoßen, vermehrtes Speicheln und Regurtieren von unverdauter Nahrung nach dem Essen oder Trinken. Der Megaösophagus lässt sich durch ein Röntgen mittels Kontrastmittel oder auch mittels CT-Untersuchung feststellen und ist nicht heilbar. Ebenfalls ist der MÖ oftmals mit einer leichten Form der IBD (inflammatory Bowel Disease) gekoppelt. Oftmals gilt der Megaösophagus sowie die IBD als Zufallsbefund, ist bei der Rasse aber stärker verbreitet als allgemein angenommen.

Wir haben eine wunderbare Zusammenfassung einer Windhund-Züchterin im Netz gefunden, die sich ausführlich mit dieser Krankheit beschäftigt. Bitte besuchen sie die HP von Bella Casa Pulcinella.

Informationen zur Speiseröhrenmissbildung (Megaösophagus) finden Sie auf der Homepage von tintenblau.de.

Gedanken zur Fremdrassen-Einkreuzung

Die Zucht unserer Bulldoggen ist durch die Übertypisierung bestimmter Rassemerkmale, wie kurze Nasen, kurze Rücken und Ruten, übertriebene Faltenbildung etc. über viele Generationen in eine Sackgasse gefahren, und hat besonders der Gesundheit sehr viel Schaden zugefügt. Hinzu kam die züchterische Unsitte der Engzucht bis hin zur Inzucht, die nach wie vor in einigen Kreisen weiterhin betrieben wird. Äußerlich scheinbar perfekte Hunde haben immense Probleme mit der Atmung bei Belastung, andere leiden unter deformierten Wirbelsäulen, HD und anderen Missbildungen des Skelettes, Autoimmunkrankheiten und/oder Allergien.

Einige Züchter haben das Problem erkannt, und sind willig, sich von diesen falsch interpretierten Zuchtzielen abzuwenden. Man findet noch den vitalen standardgerechten, aber nicht übertypisierten Bullytyp, der aber auf internationalen Ausstellungen von den Richtern oft nur mitleidig belächelt wird.

Gedanken und Tatsachen zum Kaiserschnitt

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Der gesunde Hund fängt bei der Auswahl der Elterntiere an. Ziel eines seriösen Züchters muss die natürliche Zeugung mit komplikationsfreier Trächtigkeit und natürlicher Spontangeburt sein. Denn eine Schwerstgeburt mit tierärztlicher Hilfe und Kaiserschnitt sollte bei jeder Hunderasse die traurige und seltene Ausnahme sein.

Die Französischen und Englischen Bulldoggen sind aufgrund ihres speziellen Körperbaus bekannt dafür, dass es hier besonders oft zu erheblichen Schwierigkeiten aufgrund der Kopfgröße und des engen Beckens kommen kann, wenn der Körper der Zuchthund zu übertypisiert ist. Das natürliche Gebärvermögen und auch die natürliche Zeugung der Bullykinder muss unbedingt einen hohen Stellenwert bei der Selektion der Zuchthunde bekommen. Dies lässt sich nur durch die Anwendung einer gewissen phänotypischen Variabilität erreichen. Diese kann man sehr wohl berücksichtigen, ohne die rassentypischen Merkmale oder den Rassestandard zu missachten.

Rüden, die ausnahmslos zur künstlichen Besamung angeboten werden, bedürfen einer gründlichen Überprüfung, ob nicht ein verstecktes Leiden oder einfach eine generelle Deckunlust dahinter steht. Die Begründung der Hygiene ist als sehr skeptisch zu betrachten.

Hier zeigen wir Links und Infos zum Thema Epilepsie. Da dies nicht eine der Hauptbaustellen der Bullys ist, finden sich auch bezogene Links zu anderen Rassen.

 

Schwedische Konferenz zu Epilepsie beim Border Collie mit Zuchtempfehlungen

Epilepsie Video - von Anfällen und Ameisen

 

Wichtige Informationen über eine der gefürchtetesten Erbkrankheiten des Hundes finden Sie in folgenden Links:

Dr. Kai Rentmeister: Informationsbroschüre Epilepsie

Dr. Kai Rentmeister: Krampfanfälle bei Hund und Katze, Teil 1

Dr. Kai Rentmeister: Krampfanfälle bei Hund und Katze, Teil 2

 

Forum für Hilfesuchende: Epiforum.de

 

Tiergesundheit-Aktuell, Epilepsie beim Hund I, Ursachen

Tiergesundheit-Aktuell, Epilepsie beim Hund II, Diagnose

Tiergesundheit-Aktuell, Epilepsie beim Hund III, Untersuchung und Behandlung

 

Hallo Hunde-Freunde,

Epilepsie bei Bulldoggen - Sumo

ich arbeite seit 2 Jahren mit der Uni Bern in Sachen Epilepsie-Forschung beim Hund zusammen. Mein franz. Bulldoggen Rüde Sumo verstarb mit nicht mal 3 Jahren in einem Epilepsie-Anfall, er war therapieresistent...

Mittlerweile habe ich sehr viel Kontakt mit betroffenen Hundebesitzern, sowie mit Interessierten die etwas ändern möchten...

„Epilepsie ist eine Erkrankung, die beim Menschen und in vielen Hunderassen auftritt. Epilepsie kann nach einer Schädigung des Gehirns entstehen (z. B als Folge eines Unfalls), aber auch genetische Ursachen haben. Bei Hunden spielen die genetisch bedingten Formen der Epilepsie vermutlich eine sehr große Rolle. In Zusammenarbeit mit spezialisierten Neurologen der Universitäten Bern und München möchten wir gerne die genetischen Ursachen von erblichen Epilepsieformen in verschiedenen Hunderassen erforschen. Das Ziel unserer Forschung ist die Entwicklung von diagnostischen Tests, welche eine Verringerung der Epilepsie-Fälle durch gezielte Zuchtplanung ermöglicht. Für unsere Forschung benötigen wir dringend Blutproben von an Epilepsie erkrankten Hunden sowie deren Verwandten.“

SCCED

Stefanie Metzger, Fachtierärztin für Kleintiere, Augenheilkunde

Tierarztpraxis Erkrath

 

Die SCCED (sponataneous chronic corneal epithelial defect = spontaner chronischer Hornhautepitheldefekt) wird auch als Boxerulkus oder nicht heilendes Hornhautgeschwür bezeichnet. Diese Augenerkrankung tritt bevorzugt bei kurznasigen (brachyzephalen) Rassen auf, kann aber auch bei anderen Hunderassen vorkommen. Es können ein Auge oder auch beide Augen gleichzeitig betroffen sein.

Das oberflächliche Hornhautgeschwür ist sehr schmerzhaft. Die betroffenen Hunde kneifen die Lider zusammen, sind licht- und berührungsempfindlich, der Tränenfluss ist gesteigert und die Bindehäute sind gerötet. Der Hornhautdefekt lässt sich durch Anfärben mit Fluoreszein deutlich darstellen.

Durch ein Fehlen der Haftungspunkte (Hemidesmosomen) zwischen den Hornhautschichten kommt es spontan oder durch eine Verletzung zum Riss im Hornhautepithel, der äußersten Schicht der Hornhaut, und damit zu einem oberflächlichen Hornhautdefekt. Das Epithel wächst dann zwar nach, da es aber wegen der fehlenden Hemidesmosomen und einer sich bildenden glatten hyalinen Membran keinen Halt findet, wächst es auf dem darunterliegenden Hornhautstroma nicht an. Um ein Anwachsen des Epithels wieder zu ermöglichen, müssen mechanisch die losen Epithelränder und die hyaline Membran beseitigt werden. Dies kann mit einem Wattetupfer oder besser mit einem Diamantschleifer erfolgen. 

Manchmal muss eine bessere Haftung mit einer Keratotomie (linien- oder punktförmiges Einritzen der oberen Hornhautschichten mit einer Kanüle) provoziert werden. Zum Schutz vor äußeren Einflüssen und der Reibung des Lidschlags auf der Hornhaut, kann eine Kontaktlinse eingesetzt werden, die in diesem Fall auch Bandagelinse genannt wird. 

Unterstützend werden antibiotische Augentropfen, die vor Infektionen der angegriffenen Hornhaut schützen, und die Hornhautheilung fördernde Augenmedikamente verabreicht. Da gerade Verletzungen der oberflächlichen Hornhautschichten sehr schmerzhaft sind, sollte zusätzlich ein Schmerzmittel gegeben werden.

Wenn diese Maßnahmen nicht zu einer Heilung führen, wird eine Keratektomie durchgeführt. Dabei werden in Narkose mit einem speziellen Messer und unter Vergrößerung mit Hilfe eines Operationsmikroskops die oberen Hornhautschichten bis über den Rand des Defekts hinweg abgetragen, so dass anschliessend eine normale Heilung erfolgen kann. Nach der Operation wird zum Schutz eine Kontaktlinse eingesetzt oder eine Nickhautschütze angelegt. Dabei wird das dritte Augenlid vorübergehend mit dem Oberlid vernäht.

Wichtig ist, dass vor der Behandlung andere Ursachen für einen Epitheldefekt, wie Distichien (Haare wachsen aus dem Lidrand und reiben auf der Hornhaut), Zilien (Haare wachsen aus der Lidbindehaut und reiben auf der Hornhaut), Entropium (das Lid rollt sich ein und die behaarte Haut reibt auf der Hornhaut) oder KCS (trockenes Auge) ausgeschlossen werden.

 

Stefanie Metzger, Fachtierärztin Für Kleintiere, Augenheilkunde

Tierärztliche Praxis für Kleintiere

Dr. Edda Hoffmann und Stefanie Metzger

Karschhauser Str. 23

40699 Erkrath

www.tierarztpraxis-erkrath.de

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