Diagnose per Röntgen oder CT?

Bisher werden in allen Clubs, sofern gefordert, seitliche Röntgenbilder des liegenden Hundes angefertigt und ausgewertet. Die Hunde sind selten ausgewachsen, da diese Aufnahmen meistens mit ca. 1 Jahr gemacht werden. Es wird nur eine Seitenansicht der Wirbel gezeigt. Man erkennt keine Deformationen, wie Schmetterlingswirbel oder Spina Bifida, man erfasst nicht den Durchfluss des Rückenmarks und ob die Wirbel überhaupt komplett ausgebildet sind. Wir haben leider in den letzten Jahren anhand der vielen Röntgenbildern und CT-Aufnahmen feststellen müssen, dass eine sichere Gesundheit und Garantie der langfristigen Unversehrtheit der Zuchthunde und deren Nachwuchs so nicht sicher festzustellen ist. Es gibt bei einigen Vertretern der Rasse bereits in jungen Jahren besorgniserregende Veränderungen aufgrund von Zubildungen in Form von Verkalkungen, Arthrosen und auch Verschiebungen von Fragmenten einzelner Wirbelkörper. Diese Hunde können lange Jahre ohne deutliches Symptom einen gesunden Eindruck machen.

Daher ist dringend anzuraten, die Hunde frühestens mit 18 Monaten per dreidimensionaler Aufnahmetechnik / CT-Untersuchung zu analysieren. Ein Nachröntgen im Alter von ca. 4 Jahren ist ratsam, wenn der Hund weiter in der Zucht stehen soll.

Man kann mit der CT-Untersuchung der Zuchthunde auch sicher die Beschaffenheit der Atemwege feststellen und so tatsächlich gesunde Hunde für die Zucht selektieren.

Bisher wird versucht über, in Hinsicht auf organische Unversehrtheit nicht aussagekräftige Belastungstest, oder meist sehr früh durchgeführte endoskopische Untersuchungen, die Funktion einer reibungslosen Atmung festzustellen. Es gibt etliche Bullys, die nach bestandenem Belastungstest und unauffälliger Endoskopie später schwerwiegende Probleme mit der Atmung bekommen haben. Gerade bei den Rüden verändert sich der Kopf noch im Alter von 2 - 4 Jahren.

Verlegte Nasengänge eines Rüden, welcher im Alter bis zu 2 Jahren kein Symptome zeigte

 

Selbst wenn im jungen Alter ein CT gefertigt wird, kann man die abzusehenden Veränderungen und evtl. einsetzenden Beeinträchtigungen hochrechnen und ziemlich sicher sagen, ob der Hund ein Brachy-Patient wird oder nicht. Dies ist per Belastungstest oder auch endoskopischer Frühuntersuchung so nicht möglich. Es hängt von dem komplexen Zusammenspiel von Beschaffenheit der Nasengänge inkl. Öffnung, Dicke, Breite und Länge des Gaumensegels, Kehlkopfes, Stimmtaschen, Zustand der Conchen und Trachea ab sowie der Tatsache, ob der Hund während des Atmens einen Unterdruck erzeugen muss oder nicht. Dies sind schleichende Prozesse, die sich im frühen Stadium NICHT als Atembeschwerden offenbaren. Das Brachyzephale Atemnot Syndrom und der züchterische Umgang mit belasteten Tieren ist ein sehr schwieriges Thema. Tiefgreifende Diagnostik würde die Arbeit mit dem tatsächlich gesunden Tier wesentlich einfacher machen.

Das Motto "Nichtshören, Nichtssehen, von außen sieht alles toll aus" ist ein denkbar schlechter Zuchtberater.....finden auch diese beiden verdoppelten Jungs, die ebenfalls aufwändig in den Atemwegen saniert werden mussten!

 

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